Künstliche Intelligenz und Menschenrechte
Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Forschungsgemeinschaft

Beschreibung der ARGE
Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile allgegenwärtig und hat erheblichen Einfluss auf den Staat, die Gesellschaft und einzelne Menschen. Sie ist essentiell für die Pandemiebewältigung, verändert das Gesundheitswesen und die individuelle Gesundheitsvorsorge, ist unverzichtbar bei der Verkehrssteuerung, übernimmt Teile der Wirtschaftslenkung, etwa bei der Arbeitsmarktverwaltung oder der Rekrutierung für Berufe, wird in der Kriminalitätsbekämpfung und in vielen anderen Lebensbereichen bis hin zur Steuerung individuellen Verhaltens eingesetzt. Die damit verbundenen Chancen sind enorm, allerdings auch die Gefahren und Risiken: Der Einsatz von KI greift in Rechtsgüter ein, die durch das nationale und europäische Verfassungsrecht sowie internationale Menschenrechte geschützt sind, allen voran das Recht auf Datenschutz und Privatsphäre. Offen ist, ob das Gefährdungspotenzial auf einzelne Menschenrechte eingrenzbar ist, oder ob es viel grundlegender die gemeinsame Mitte aller Menschenrechte berührt, nämlich die Autonomie der menschlichen Person. Dies wirft die Frage auf, ob und wie KI reguliert ist bzw. zu regulieren wäre, d.h. welche Regulierungsansätze und -möglichkeiten denkbar sind, aber auch, wo die Grenzen der Regulierung liegen.
Diesen Problemen will sich die Arbeitsgemeinschaft „KI und Menschenrechte“ widmen. Sie ist eine interdisziplinär zusammengesetzte Forschungsgruppe mit einem rechtswissenschaftlichen Fokus. Ihre Forschung soll zu mehr Rechtssicherheit und einem gegenstandsadäquaten Regulierungsrahmen beitragen – einem Regulierungsrahmen, der den Chancen sowie den Gefahren und Risiken der Künstlichen Intelligenz Rechnung trägt.
Mitglieder der ARGE
Die ARGE wurde 2020 von Walter Berka ins Leben gerufen. Nach intensiven Gesprächen und Diskussionen mit ihm waren wir bemüht, seiner Vision entsprechend, eine interdisziplinäre Forschungsgruppe mit einem rechtswissenschaftlichen Schwerpunkt zusammenzusetzen. Wir konnten Vertreter:innen verschiedener Generationen und Universitäten für die Arbeitsgruppe gewinnen und mit ihnen ein anspruchsvolles Arbeitsprogramm erstellen.
Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger
Leitung der ARGE, Professorin für Innovation und Öffentliches Recht, Universität Wien
Stellvertretende Leitung der ARGE, Professorin für Internationales Recht, Universität Graz
Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Forgó
Professor für Technologie- und Immaterialgüterrecht, Universität Wien
Co-Leitung der Young Section der ARGE, PhD-Studierende Interdisciplinary Legal Studies, Umwelt- und Bioressourcenmanagement, Universität Wien
Univ.-Prof. Dr. Andreas Holzinger
Professor für Digitale Transformation in der intelligenten Land- und Forstwirtschaft, BOKU Wien
Univ.-Prof. Dr. Matthias Kettemann
Professor für Innovation, Theorie und Philosophie des Rechts, Universität Innsbruck
Post-Doc, Öffentliches Recht, Universität Salzburg
Univ.-Prof. (SFU) Dr. Konrad Lachmayer
Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Grundlagen des Rechts, Sigmund Freud Privatuniversität Wien
Uni:Docs Stipendiatin am Institut für Rechtsphilosophie, Mathematik, Universität Wien
Professorin für Robopsychology, Universität Linz
Post-Doc, IDea_Lab, Universität Graz
Assoz. Prof. Dr. Sebastian Scholz
Assoz. Professor für Technologie- und Innovationsrecht, Universität Graz
Dr. Florian Sebastian Werni, BA
Post-Doc, Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht, Universität Wien
Assoz. Prof. Dr. Claudia Wutscher, BA
Assoz. Professorin für Österr. und Europ. Öffentliches Recht, Wirtschaftsuniversität Wien
Veranstaltungen der ARGE
Workshop mit Mirac Suzgun
Dezember 2025, Universität Graz
Mirac Suzgun war im Dezember 2025 sowohl an der Universität Wien (Host: Iris Eisenberger und Young Section) als auch an der Universität Graz (Host: Elisabeth Paar und Sebastian Scholz) für Vorträge zu Gast. Suzgun absolviert derzeit sein Doktoratsstudium in Computer Science und Law an der Stanford University. Im Rahmen seiner Vorträge gab er Einblicke in seine aktuelle Forschung, die sich mit dem Einsatz von Natural-Language-Processing und Machine Learning für den Schutz von Menschenrechten beschäftigt.
Tagung „Joint Seminar AI & Law“
17.–18.09.2025, Wien, Universität Wien & Kyoto University
Die interdisziplinäre und internationale Tagung „Joint Seminar AI & Law“ wurde von der Universität Wien und der Kyoto University in Kooperation mit der ARGE organisiert und veranstaltet. Im Zentrum der Veranstaltung standen die unterschiedlichen Regulierungsansätze hinsichtlich Künstlicher Intelligenz in Österreich bzw der Europäischen Union sowie in Japan. Diskutiert wurden die unterschiedlichen arbeits-, straf-, steuer-, verwaltungs-, medizin-, und technologierechtlichen Ansätze sowie deren menschen-, demokratiepolitischen und rechtsstaatlichen Implikationen.
Abendveranstaltung „AI and Law“
16.09.2025, Wien, Heuriger Hengl-Haselbrunner
Die Mitglieder der ARGE und die Vortragenden der Tagung Joint Seminar AI & Law diskutierten gemeinsam mit Mitgliedern der Young Section und Studierenden der Kyoto University unterschiedliche Zugänge zur KI-Regulierung im europäisch-japanischen Vergleich. Neben dem inhaltlichen Austausch diente der Abend auch der Vernetzung zwischen Mitgliedern der ARGE und der Young Section.
KI-VO: Exekutive Rechtsetzung, Standardisierung, Zertifizierung und Grundrechte-Folgenabschätzung
11. Juni 2024
Am 11. Juni 2024 ab 9:15 Uhr fand die dritte Tagung der ÖFG ARGE Künstliche Intelligenz und Menschenrechte am Juridicum Wien DG unter dem Titel „Exekutive Rechtssetzung, Standardisierung, Zertifizierungen und Grundrechte-Folgenabschätzung" statt.
AI-Regulation: China-EU-Dialogues
21.–22. Februar 2024
Von 21. bis 22. Februar 2024 fand die zweite Tagung der ÖFG ARGE Künstliche Intelligenz und Menschenrechte an der University of Macau unter dem Titel „The Regulation of Artificial Intelligence: EU – China Dialogues" statt.
KI - Menschrechtliche Grundlagen und Grenzen
16. November 2023
Die erste Tagung der ARGE KIMR widmete sich den menschenrechtlichen Grundlagen und Grenzen der KI-Entwicklung und Anwendung. Die behandelten Themen reichten von den sozio-technologischen Grundlagen, über den konkreten Regulierungsansatz der Europäischen Union, bis hin zur (fehlenden) Wirksamkeit einzelner Grund- und Menschenrechte. Bei der Auswahl der Vortragenden wurde besonders darauf geachtet, Nachwuchswissenschaftler:innen in das Tagungsprogramm aufzunehmen.
Young Section
Die Young Section der ÖFG-AG zu „KI und Menschenrechten“ verbindet Nachwuchswissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen. Ziel ist eine intensive Vernetzung innerhalb der österreichischen Forschungslandschaft, kontinuierliche gemeinsame Publikationstätigkeit und eine enge Anbindung an die wissenschaftlichen Tätigkeiten der ÖFG-AG zu „KI und Menschenrechten".
Tätigkeiten
- Gemeinsame Klausuren
- Gemeinsame Forschungs- und Publikationstätigkeit
- Internationale Forschungsvernetzung
Mitglieder der Young Section
Co-Leitung der Young Section, Universität Wien, Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht
Co-Leitung der Young Section, Universität Wien, Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht
Universität Graz
Universität Graz, Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Wien
Doktorandin an der Universität Linz, Legal Gender Studies
Universität Wien, Institut für Rechtsphilosophie
Universität Wien, Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht
Universität Bremen, Fachbereich Informatik und Mathematik
Universität Graz, Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft
Universität Graz, Data Analysis: Complex Social and Computational Systems
Katharina Pötz
Ehemals Universität Wien, Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht
TU Delft, Faculty of Technology, Policy and Management
Wirtschaftsuniversität Wien, Legal Tech Center (Master)
Universität Salzburg, Fachbereich Öffentliches Recht
Veranstaltungen der Young Section
Panel Discussion Young Section
26.03.2026, Wirtschaftsuniversität Wien
Im Rahmen des 2nd European Scientific Legal Tech Summit: genAI in legal practice, a fundamental rights perspective gestaltete die Young Section eine Panel Discussion. Mitglieder der Young Section diskutierten mit Studierenden der WU Wien unter anderem den Einsatz von KI im Asylbereich, Neuerungen durch den DSA, KI in der öffentlichen Verwaltung, interdiszplinäre Forschung und Antidiskriminierungsrecht.
Lesekreis Young Section „KI und Recht“
05.03.2026, online
Im Rahmen des Lesekreises diskutiert die Young Section Texte, die im Vorfeld gelesen und im Rahmen des Lesekreises kurz vorgestellt werden. Der März-Lesekreis beschäftige sich mit zwei Texten, deren Aktualität trotz ihres Alters ungebrochen scheint. Der erste Text war Helen Nissenbaum, Accountability in a Computerized Society, Science and Engineering Ethics (1996) 2, 25–42. Der zweite behandelte Text war Shoshana Zuboff, Big other: surveillance capitalism and the prospects of an information civilization, Journal of Information Technology (2015) 30, 75–89.
Workshop Young Section RE:Group
23.02.2026, online
Zum Auftakt des neuen Jahres wurden die neuen Mitglieder der Young Section begrüßt. Die Mitglieder haben ihre aktuellen Forschungsthemen vorgestellt und gemeinsame Zielsetzungen für das Jahr 2026 entwickelt. Die kommenden Veranstaltungen der Young Section wurden gemeinsam besprochen und vorbereitet.
Interview Young Section für das ÖFG Magazin
Für die Ausgabe 2025 des ÖFG Magazins wurden Annemarie Hofer und Sophia Witz interviewt, um die Young Section vorzustellen und über deren Aktivitäten und Forschung zu KI und Menschenrechten in diesem Jahr zu sprechen. Die Ausgabe ist hier nachzulesen.
Abendveranstaltung „AI and Law“
16.09.2025, Wien, Heuriger Hengl-Haselbrunner
Die Mitglieder der ARGE und die Vortragenden der Tagung Joint Seminar AI & Law diskutierten gemeinsam mit Mitgliedern der Young Section und Studierenden der Kyoto University unterschiedliche Zugänge zur KI-Regulierung im europäisch-japanischen Vergleich. Neben dem inhaltlichen Austausch diente der Abend auch der Vernetzung zwischen Mitgliedern der ARGE und der Young Section.
Workshop „Young Section“
16.09.2025, Universität Wien, Institut für Digitalisierung und Innovation im Recht, Arbeitsbereich Innovation und Öffentliches Recht
Am Vortag der Tagung „Joint Seminar AI & Law“ hielt die Young Section einen internen Workshop ab. Im Rahmen des Workshops hielten Prof. Tatsuhiko Inatani, Kyoto University, und Prof. Konrad Lachmayer, Sigmund Freund Universität, Impulsvorträge zu ihrer Forschung in Bezug auf KI und Interdisziplinarität. Die anschließende Diskussion nutzte die Young Section nicht nur zur internen Positionsbestimmung, sondern auch zu einer ausführlichen Betrachtung der sich ständig verändernden Rolle von KI in der Forschung. Weiters wurden im Rahmen des Workshops die zukünftigen Aktivitäten der Young Section geplant.
Workshop „Young Section Academic Writing Workshop“
30.06.2025, Universität Wien, Institut für Digitalisierung und Innovation im Recht, Arbeitsbereich Innovation und Öffentliches Recht
Um die Mitglieder der Young Section bei der Umsetzung englischsprachiger Publikationsprojekte zu unterstützen, hielt die Young Section am 30. Juni 2025 einen Academic Writing Workshop ab. Der Workshop wurde von Kyoko Sato, Associate Director des Program in Science, Technology, and Society an der Universität Stanford, geleitet. Sie gab eine generelle Einführung in die Technik des English Academic Writing und in die speziellen Gegebenheiten, die bei der Publikation in internationalen Journals zu beachten sind. Der praktische Teil umfasste die Bearbeitung von Texten, welche die Teilnehmenden bereits im Vorfeld des Workshops abgegeben hatten. Diese wurden von Kyoko Sato kritisch analysiert und im Rahmen des Workshops verbessert und gemeinsam weiterentwickelt.
Lesekreis Young Section „KI und Recht“
16.05.2025, online
Im Rahmen des Lesekreises diskutiert die Young Section Texte, die im Vorfeld gelesen und im Rahmen des Lesekreises kurz vorgestellt werden. Der Mai-Lesekreis beschäftige sich mit einem ausführlichen Text von Rebecca Crootof, Margot E. Kaminski und W. Nicholson Price II. zu „Humans in the Loop“. Der zweite Text war ein Beitrag von Rainer Palmstorfer zu „Die Rolle der Grundrechte im AI Act“.
Lesekreis Young Section „KI und Recht“
10.03.2025, online
Im Rahmen des Lesekreises diskutiert die Young Section Texte, die im Vorfeld gelesen und im Rahmen des Lesekreises kurz vorgestellt werden. Der März-Lesekreis beschäftigte sich als ersten Text mit einem Ausschnitt aus dem Buch „In AI We Trust“ von Helga Nowotny (Chapter 4 – Future Needs Wisdom). Der zweite Text war ein Beitrag von Indra Spiecker gen. Döhmann zu „Rechtliche Strategien und Vorgaben zur Bewertung von Nichtwissen“ aus dem Buch „Management von Unsicherheit und Nichtwissen“ herausgegeben von Hill/Schliesky.
Abendveranstaltung „KI und Grundrechte“
10.06.2024, Wien, Restaurant Leupold
Nach einem kurzen Bericht aus dem Workshop der Young Section diskutierten die Mitglieder der ARGE und die Vortragenden der Tagung gemeinsam mit der Young Section über die Auswirkungen von KI-VO auf die Gewährleistung eines angemessenen Menschenrechtsschutzes.
Workshop „Young Section“
10.06.2024, Universität Wien, Institut für Digitalisierung und Innovation im Recht, Arbeitsbereich Innovation und Öffentliches Recht
Vor der am 11. Juni 2024 abgehaltenen Konferenz hielt die Young Section einen Workshop ab. Im Rahmen dieses Workshops wurden zukünftige Aktivitäten der Young Section geplant (ua die nachstehend beschriebene Heftpräsentation sowie die Etablierung eines Lesekreises). Im Zuge des Workshops hielten Prof. Grohs und Prof. Kettemann Impulsvorträge mit einer anschließenden Diskussion.
Heftpräsentation juridikum 2/2024 – Künstliche Intelligenz in den Rechtswissenschaften
Die Young Section der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Forschungsgemeinschaft „KI und Menschenrechte” lädt herzlich zur Heftpräsentation am 14.10.2024 von 15:00 bis 17:30 Uhr in der Alten Kapelle (Spitalgasse 2, 1090 Wien) am Campus der Universität Wien ein.
In der aktuellen Ausgabe des juridikum befassen sich Mitglieder der Young Section mit der Frage, wie die rechtswissenschaftliche Forschung zu KI von interdisziplinären Ansätzen profitieren kann und welche methodischen Probleme sich hierbei stellen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion von den Autor:innen besprochen.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung per Mail an office.eisenberger.id@univie.ac.at bis spätestens 04. Oktober 2024.
Für Verpflegung ist gesorgt!
