Erfahrungsberichte
Erfahrungsbericht von Dr. Jonas Botta
Ich habe mein Doktorat der Rechtswissenschaft an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer abgeschlossen und arbeite momentan als Forschungsreferent am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung im Programmbereich "Transformation des Staates in Zeiten der Digitalisierung". Mein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf Datenschutzfragen in der (Online-) Bildung und in der Arbeitswelt. Darüber hinaus habe ich mich auf die rechtliche Dimension grenzüberschreitender Datenströme spezialisiert, insbesondere auf den EU-US Privacy Shield Mechanismus. Für meine wissenschaftliche Arbeit erhielt ich u. a. Stipendien, vor allem von der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik. Im Mai 2019 war ich als Gastforscher am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht von Univ.-Professor Forgó an der Universität Wien tätig. Am Institut konnte ich von dem hervorragenden wissenschaftlichen Netzwerk, der exzellenten Bibliothek und dem persönlichen Austausch mit meinen (sehr freundlichen) Kollegen profitieren. Außerdem habe ich gern an zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen. Ich bin Univ.-Professor Forgó sehr dankbar für die einmalige Gelegenheit und kann einen Aufenthalt in Wien sehr empfehlen. Ich bin sehr glücklich, hier gewesen zu sein.
Erfahrungsbericht von Ashwinee Kumar
Ich bin Doktorand an der Vrije Universiteit Brussel (VUB) in Belgien. Ich gehöre der Forschungsgruppe Law, Science, Technology and Society (VUB-LSTS) an und bin Teil des Health and Ageing Law Lab (HALL), einer hochspezialisierten Untergruppe des VUB-LSTS. Mein Forschungsschwerpunkt umfasst die Governance von Gesundheitsdaten sowie die Datenschutzrechte von Patient*innen – sowohl aus Sicht der DSGVO als auch der kommenden Verordnung über den Europäischen Raum für Gesundheitsdaten (EHDS) – und den Handlungsspielraum von Zugangsstellen für Gesundheitsdaten (Health Data Access Bodies) als vertrauenswürdige Datenvermittler (Trusted Data Intermediaries, TDI). Zudem fasziniert mich das Zusammenspiel von Blockchain-Technologie und der Interoperabilität von Gesundheitsdaten sowie die Geschichte und Taxonomie der Dateninteroperabilität. Zu meinen Forschungsinteressen zählen außerdem die Feinheiten der im öffentlichen Interesse liegenden Verarbeitung personenbezogener Daten für Sekundärzwecke in der EU. Im Rahmen meiner Dissertation untersuche ich, ob die EU neue Datenschutzrechte schafft – namentlich ein „Recht auf Dateninteroperabilität“ –, um die Grenzen von Art. 20 DSGVO zu überwinden und den grenzüberschreitenden Fluss personenbezogener Daten zu fördern.
Vor Kurzem hatte ich die wunderbare Gelegenheit, einen Forschungsaufenthalt am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht (ID Law) der Universität Wien zu verbringen. Der Aufenthalt dauerte von Juli bis September 2024. Die Zeit war äußerst zielgerichtet und ich habe die gewünschten Ergebnisse erreicht. Ich bin Herrn Professor Dr. Nikolaus Forgó für seine Unterstützung bei der Realisierung dieses Aufenthalts und seine stete Bereitschaft zu fachlichen Diskussionen zu großem Dank verpflichtet. Ihm gilt meine aufrichtige Anerkennung. Es war eine großartige Erfahrung, mit Kolleg*innen aus allen Teilen der Welt und mit multidisziplinärer Expertise zusammenzuarbeiten. Der Gedankenaustausch zu verschiedenen Themen, einschließlich der jüngst verabschiedeten Rechtsakte, war überaus bereichernd. Mein herzlicher Dank gilt dem gesamten Team. Ein riesiges Dankeschön geht auch an Dr. Malgorzata Wilińska, Martina Wimmer und Katja Hartl für die administrative sowie logistische Unterstützung während meines gesamten Aufenthalts. Die Institutsbibliothek ist hervorragend ausgestattet und ich habe sie so intensiv wie möglich genutzt. Ich kann anderen Forschenden einen Besuch bzw. Forschungsaufenthalt an diesem Institut wärmstens empfehlen.
Erfahrungsbericht von Prof. Satoshi Narihara
Von Juni 2024 bis September 2024 war ich als Gastprofessor und wissenschaftlicher Gastforscher am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht an der Universität Wien tätig.
Ich bin außerordentlicher Professor (Associate Professor) für Informationsrecht an der Universität Kyushu in Japan. Meine Universität unterhält eine akademische Partnerschaft mit der Universität Wien. Ich hatte bereits an gemeinsamen Online-Konferenzen beider Universitäten teilgenommen und war daher sehr an einem Forschungsaufenthalt an der Universität Wien interessiert. Als ich Prof. Nikolaus Forgó fragte, ob ich sein Institut während meines Forschungssemesters (Sabbaticals) als Visiting Scholar besuchen könne, nahm er meinen Vorschlag dankenswerterweise an.
Zuvor war ich von vergangenem August bis zu diesem Mai am Harvard-Yenching Institute in Cambridge in den Vereinigten Staaten tätig gewesen. Danach zog ich nach Wien. Ich forschte an der Universität Wien zum europäischen Informationsrecht und stellte Vergleiche mit dem japanischen sowie dem US-amerikanischen Informationsrecht an.
Im Juni hielt ich an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät meine Vorlesung „Einführung in das japanische Informationsrecht“ (Introduction to Japanese Information Law). In dieser Lehrveranstaltung behandelte ich das Medienrecht, das Datenschutzrecht, die Plattformregulierung und die KI-Regulierung in Japan und verglich diese mit den entsprechenden Rechtsvorschriften und Regelungen in der Europäischen Union. Ich war überrascht, wie viele Studierende und Nachwuchswissenschaftler*innen sich für die japanische Kultur, Gesellschaft und das Recht – insbesondere das japanische Informationsrecht – interessierten. Die intensiven Diskussionen mit den Studierenden und jungen Forschenden in meinem Kurs haben mir große Freude bereitet. Dank des Austauschs mit ihnen konnte ich wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem japanischen und dem europäischen Informationsrecht herausarbeiten.
Während meines Aufenthalts nahm ich an vielen interessanten Veranstaltungen und Vorträgen am Institut teil, darunter der Vortrag über die neue Europäische Kommission und ihre Digitalpolitik, der Vortrag über Technologie und Ethik sowie die Tagung zur Rechtslinguistik. Zudem besuchte ich das Symposium zum Thema Datentransfers aus der Europäischen Union an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Diese Diskussionen waren für meine Forschung äußerst hilfreich und aufschlussreich. Ich konnte mir ein fundiertes Bild über die jüngsten Entwicklungen im Datenschutzrecht, der KI-Regulierung und der Plattformregulierung in der EU im Rahmen der europäischen Digitalstrategie sowie über deren politische, soziale und philosophische Hintergründe verschaffen. Darüber hinaus profitierte meine wissenschaftliche Arbeit sehr von den reichen Beständen der hervorragenden Universitätsbibliotheken. Während meines Aufenthalts lud Prof. Forgó mich, meine Frau und meinen Sohn freundlicherweise zu einem gemeinsamen Mittagessen mit ihm, seiner Frau und weiteren Kolleg*innen des Instituts ein. Wir haben die Gespräche und den Austausch sehr genossen.
Auch das kulturelle Angebot Wiens mit seinen zahlreichen Konzerten, Opern und Museen hat mir sehr gefallen. Durch meinen Aufenthalt in Wien konnte ich mein Verständnis für die kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründe des europäischen Informationsrechts nachhaltig vertiefen.
Ich möchte Prof. Nikolaus Forgó, Frau Saskia Kaltenbrunner, Frau Theresa Henne sowie den weiteren Kolleg*innen am Institut meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Ich hoffe, dass wir in Kontakt bleiben und in Zukunft weiter zusammenarbeiten werden.
Erfahrungsbericht von JUDr. Matúš Mesarčík, LL.M
Ich bin Absolvent der Comenius Universität in Bratislava, Juristische Fakultät, Slowakei (JUDr. in Jura) und der Universität Tilburg, Juristische Fakultät, Niederlande (LL.M. in Jura & Technologie). Zurzeit bin ich an einem Doktorandenprogramm an der Comenius-Universität in Bratislava, Juristische Fakultät, eingeschrieben und arbeite gleichzeitig an der Fakultät für Verwaltungs- und Umweltrecht und am Institut für Informationstechnologierecht und Recht des geistigen Eigentums. Das Thema meiner Dissertation ist die Dynamik des Begriffs der personenbezogenen Daten im Lichte der neuen Technologien (mit voraussichtlicher Einreichung im April 2020). Meine Spezialisierung ist also der Schutz der Privatsphäre und Datenschutzrecht. Ich halte momentan den Kurs über Datenschutz und Informationstechnologierecht für Jurastudenten in Bratislava. Ich bin auch Mitautor von Monographien über die Datenschutzgrundverordnung und Open Data, die von C.H. Beck veröffentlicht wurden. Von September 2019 bis Januar 2020 verbrachte ich meinen Forschungsaufenthalt als Gastforscher am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht der Universität Wien. Der Forschungsaufenthalt wurde durch ein von SYLFF (The Ryoichi Sasakawa Young Leaders Fellowship Fund) gewährtes Stipendium finanziert. Im Rahmen meiner Forschung konzentrierte ich mich auf die Haftung von Behörden im Datenschutzrecht und verglich die österreichische Gesetzgebung mit jener in der Slowakei. Besonders gefiel mir das Arbeitsumfeld und die hoch qualifizierten MitarbeiterInnen am Institut.
Jedes Mitglied des Instituts ist ein/e hervorragende/r Experte/in im IT-Recht, Datenschutz oder geistigem Eigentum. Ich betrachte meinen Forschungsaufenthalt in Wien als sehr anregend und vorteilhaft für meine zukünftige Karriere. Ich bin Univ.-Professor Dr. Forgó sehr dankbar für die Möglichkeit meinen Gastaufenthalt am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht in Wien gehabt haben zu dürfen.
Erfahrungsbericht von Ass.-Prof. Ferenc Szilágyi
Ich bin seit 1.7.2019 Gastforscher am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht der Universität Wien und Inhaber eines PostDoc-Stipendiums der Scholarship Foundation of the Republic of Austria. Ich arbeite an meiner zweiten akademischen Qualifikationsarbeit, die sich mit dem Thema Dateneigentum beschäftigt. Mein Ziel ist es, ein europäisches Konzept eines Rechts auf Daten zu erarbeiten, welches eine Unterscheidung zwischen "personenbezogenen Daten" und "nicht-personenbezogenen Daten" vermeidet. Nach meinem Verständnis sind Daten als "Gegenstand" eines solchen Datenrechts keine Informationen, sondern Bits, d.h. Zahlen, eine Folge von "Nullen" und "Einsen". Neben diesem Verständnis von Daten besteht eine weitere Herausforderung darin, Grundsätze für die Zuweisung eines Rechts auf Daten auszuarbeiten, die höchstwahrscheinlich mit dem Bezugspunkt (z.B. einer Person, einem Eigentums- oder Persönlichkeitsrecht usw.) der jeweiligen Daten verbunden sind, während bei mehreren Bezugspunkten die Zuweisung des Datenrechts gemäß der normativen Hierarchie zwischen den Bezugspunkten bestimmt wird. Eine weitere entscheidende Frage ist die Ausarbeitung des Inhalts des möglichen Datenrechts.
Das Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht von Univ.-Professor Forgó an der Universität Wien bietet eine ausgezeichnete und äußerst anregende Umgebung für die Realisierung meiner Arbeit. Insbesondere aufgrund des internationalen und freundlichen Teams dieses Instituts. Das Institut von Professor Forgó ist in diesem Teil Europas einzigartig. Das Institut behandelt die Herausforderungen, die die Digitalisierung und die neuen Technologien für das Recht mit sich bringen, umfassend und auch aus interdisziplinärer Sicht. Die Arbeit an Rechtsfragen im Zusammenhang mit Digitalisierung und Innovation ist ohne das Verständnis der dahinter stehenden Technologie kaum möglich. Das Team arbeitet an einer Reihe von sehr interessanten und spannenden Projekten mit europäischer und globaler Relevanz. Ich habe viel gelernt aus Diskussionen mit verschiedenen Mitgliedern des Teams sowie während der regelmäßigen Treffen des Instituts ('jour fixes'). Erwähnenswert ist auch, dass sich das Institut von Univ.-Professor Forgó im Herzen von Wien befindet. Ich bin sehr glücklich, hier zu sein.
Erfahrungsbericht von Ass. Prof. Łukasz Szoszkiewicz
Ich bin Assistenzprofessor an der Adam Mickiewicz Universität in Poznan (Polen). In meiner wissenschaftlichen Tätigkeit konzentriere ich mich auf die Schnittstelle zwischen neuen Technologien und den internationalen Menschenrechten, insbesondere bezüglich der sozialen, ökonomischen und kulturellen Rechte sowie Kinderrechte. Meine PhD-Arbeit über die Verpflichtungen der Staaten zu Data Governance aus ausgewählten UN-Verträgen habe ich 2021 erfolgreich verteidigt. Ich bin zudem sehr interessiert am Einsatz von empirischen und computergestützten Methoden in den Rechtswissenschaften. Als Data Coordinator für die UN Global Study über den Freiheitsentzug von Kindern (2018-2019) war ich verantwortlich für die Entwicklung von statistischen Modellen, die die globale Zahl der Kinder, die unter Freiheitsentzug leiden, schätzen sollen. Aktuell beschäftige ich mich mit einigen Folgeprojekten zu der Studie, die vom Global Campus of Human Rights durchgeführt werden.
Seit März 2022 bin ich als Gastforscher am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht, Universität Wien, tätig. Während meinem Aufenthalt möchte ich mich auf die Untersuchung neuer Themen im Bereich von Data Science und Recht konzentrieren und ein Konzept für eine Anwendung für das MSCA oder Max Weber Fellowship entwerfen. Darüber hinaus bin ich interessiert an den Erfahrungen der Vortragenden zur Umsetzung von Programmierkursen und dem Hackathon. Als Co-Organisator des Summer Institutes in Computational Social Science - SICSS AMU/Law 2022 - möchte ich lernen, wie man Rechtsanwälten effektiv technische Fähigkeiten vermittelt.
Erfahrungsbericht von Ondrej Woznica
Ich danke Professor Forgó für diese fantastische Gelegenheit und würde auf jeden Fall jedem, der an einem einladenden Ort lernen und wachsen möchte, einen Aufenthalt in Wien empfehlen.