
Mag. Boris Kandov, LL.M.
Boris Kandov forscht an der Schnittstelle von Recht und Technologie mit einem besonderen Fokus auf Online-Plattformen, Datenschutz und Künstliche Intelligenz. Am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht der Universität Wien arbeitet er an nationalen und europäischen Drittmittelprojekten (SYNTHIA, FAIRmedia, CLEAR, plAIdata), in denen er zu Fragen des Datenschutzes, AI-Governance sowie urheberrechtlichen und ethischen Aspekten von KI-Training forscht.
Boris studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Mag. iur.) und absolvierte zusätzlich einen LL.M. mit Schwerpunkt im Wohn- und Immobilienrecht. Neben seiner Forschungstätigkeit engagiert er sich für wissenschaftliche Kommunikation und rechtliche Bildung in digitalen Medien, insbesondere über seinen Online-Kanal JusProfi.
„Anwaltliche und nichtanwaltliche Rechtsdienstleistungen im Wandel: Zur berufsrechtlichen Abgrenzung und den Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz“
In seiner Dissertation beschäftigt sich Boris Kandov mit der berufsrechtlichen Abgrenzung zwischen anwaltlicher und nichtanwaltlicher juristischer Tätigkeit. Im Zentrum stehen die Fragen, welche Dienstleistungen ausschließlich von Anwält:innen erbracht werden dürfen, welche juristischen Tätigkeiten auch Nicht-Anwält:innen offenstehen sowie ob und wie sich diese Grenzziehung durch den zunehmenden Einsatz von KI-Systemen verändert.
Die Arbeit kombiniert eine dogmatische und vergleichende Analyse des Berufsrechts mit empirischen Einblicken in die Praxis. Sie untersucht, inwiefern Legal-Tech-Anbieter oder KI-gestützte Tools rechtlich zulässig Rechtsberatung übernehmen können, welche haftungsrechtlichen Fragen sich daraus ergeben und ob es einer Reform des Berufsrechts bedarf. Ziel ist es, einen fundierten Orientierungsrahmen für Gesetzgebung, Anwaltschaft und Legal-Tech-Branche zu schaffen.
