Mag.a Hannah Hafenscher

Hannah Hafenscher ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht der Universität Wien, wo sie an zwei vom FFG geförderten österreichischen Forschungsprojekten mitwirkt: PraeNudge und CLEAR. Sie hat ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien mit dem akademischen Grad der Magistra iuris abgeschlossen. Vor ihrer Tätigkeit am Institut war sie in der Anwaltspraxis in Wien tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im digitalen EU-Recht, der Plattformregulierung sowie dem Schutz von Grundrechten im digitalen Umfeld.


"Content Moderation Safeguards Under the Digital Services Act: Coherence, Effectiveness, and the Challenge of Shadow Banning"

Die Dissertation untersucht, ob der Digital Services Act (DSA) einen kohärenten und wirksamen Rahmen von Schutzmaßnahmen bei der Inhaltsmoderation für die Empfängerinnen und Empfänger von Moderationsentscheidungen auf Online-Plattformen etabliert. Als zentrales analytisches Fallbeispiel dient die Praxis des "Shadow Bannings", d.h. die verdeckte Unterdrückung von Nutzerinhalten oder die Reduzierung der Sichtbarkeit ohne jegliche Benachrichtigung, anhand derer in dieser Dissertation die Wirksamkeit der prozeduralen Architektur des DSA bewertet wird. Die Dissertation analysiert den Rahmen der Schutzmaßnahmen bei der Inhaltsmoderation gemäß Art 16, 17, 20 und 21 DSA als integriertes System und identifiziert strukturelle Abhängigkeiten, die verhindern, dass der Rahmen seine erklärten Ziele der Verfahrensgerechtigkeit und des Grundrechtsschutzes erreicht. In einem zweiten Schritt wird darüber hinaus untersucht, ob Art 25 DSA, die sogenannte „Dark-Patterns-Bestimmung", als ergänzende Rechtsgrundlage herangezogen werden könnte, um verdeckte Moderationspraktiken zu adressieren, soweit sich der primäre Schutzrahmen als unzureichend erweist.